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Im Fokus

01. Jänner 70

WW Winzer Photo

Sparkling - Made in Austria

Österreichischer Sekt hat sich in den vergangenen Jahren vom Anlassgetränk zum vielseitigen Genuss- und Lifestyle-Produkt entwickelt. Die Varianten Rosé, trocken und alkoholfrei liegen – vor allem bei jüngeren Konsumenten – im Trend. Die geschützte Herkunftsbezeichnung "Sekt Austria" gibt Orientierung und Sicherheit beim Kauf. (Titelbild: © ÖWM / Blickwerk Fotografie)

"Österreichischer Champagner"

 

2025 wurden in Österreich rund 33 Millionen Flaschen Sekt produziert. Daran sind etwa 300 Betriebe – Sektkellereien und Winzer – sowie 3.000 Trauben- und Grundweinlieferanten beteiligt. Die Branche erzielt eine jährliche Wertschöpfung von etwa 60 Millionen Euro.

Doch der Anfang des heimischen Sekts war mühsam, denn etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts beherrschte französischer Champagner den internationalen Markt für Qualitätsschaumwein praktisch im Alleingang – auch in Österreich.

1842 begann Robert Alwin Schlumberger in Bad Vöslau mit der Produktion eines damals auch hierzulande "Champagner" genannten Schaumweines. Kurz davor hatte er seine Position als Kellermeister des Champagnerhauses Ruinart aufgegeben, sein Know-how aber nach Österreich mitgebracht.

1890 startete dann auch Johann Kattus in Wien seine Schaumweinproduktion und belieferte bald Herrscherhäuser in ganz Europa. Damals wurde noch von "österreichischem Champagner" gesprochen, was seit dem Ende des Ersten Weltkrieges ausschließlich den Produzenten in der Champagne vorbehalten ist.

Der Begriff "Sekt" wurde 1925 rechtlich verankert, und seit Mitte der 1970er-Jahre dürfen in Österreich auch Winzer Sekt produzieren, was zuvor den Sektkellereien vorbehalten war.
Da gemäß EU-Recht die Bezeichnung "Méthode Champenoise" außerhalb der Champagne nicht mehr erlaubt ist, muss es in Bezug auf flaschenvergorenen österreichischen Sekt seit 1995 "Méthode Traditionnelle" heißen.

© ÖWM / Blickwerk Fotografie

 

Die Österreicher und der Sekt – Ergebnisse einer Studie

 

Laut dem 12. Schlumberger-Sektreport vom Herbst 2025 steht heimischer Sekt trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten bei den Österreichern nach wie vor hoch im Kurs.
90 % der Befragten geben an, regelmäßig Schaumwein zu genießen. Der heimische Sektkonsum zeigt sich damit weiterhin stabil auf hohem Niveau.
  • Ein gutes Drittel kauft Sekt zumindest einmal im Quartal, zwei Drittel zumindest zweimal pro Jahr.
  • Ein Viertel nennt österreichische Herkunft als entscheidendes Kaufargument, Tendenz steigend.
  • Etwa 50 % würden bei der Getränkewahl in der Gastronomie zu österreichischem Sekt greifen, während Prosecco mit 36 % und Champagner mit 14 % klar dahinter liegen.
  • Die junge Generation setzt neue Akzente: Fast 90 % der 18- bis 29-Jährigen probieren beim Sekt gerne einmal etwas Neues aus, etwa alkoholfrei, betont trocken oder Rosé. In jüngeren Zielgruppen entwickelt sich Sekt vom reinen "Anlassgetränk" zunehmend zu einem Lifestyle-Produkt, etwa auch als Aperitif- oder Cocktailvariante.
Fazit der Umfrage: Die Wahl von Sekt aus dem eigenen Land wird zunehmend als bewusste Entscheidung verstanden – für geprüfte Qualität, vertraute Herkunft und die Unterstützung heimischer Produzenten.

 

Rot-weiß-rote Banderole

 

Um sicher zu sein, dass tatsächlich österreichischer Sekt in der Flasche ist, sollte man das Etikett genau lesen: "Sekt hergestellt in Österreich" ist nicht gleichbedeutend mit "Österreichischer Sekt". Denn nur, wenn 100 % der Grundweine aus Österreich kommen und die Versektung in Österreich stattfindet, darf das Produkt die Bezeichnung "Österreichischer Sekt" bzw. "Sekt Austria" tragen.

Diese 2022 festgelegte Bezeichnung für österreichischen Sekt geschützten Ursprungs und geprüfter Qualität soll dazu beitragen, die 100 %-ige Herkunft aus Österreich stärker ins Bewusstsein der Konsumenten zu rücken. Die rot-weiß-rote Banderole für Sekt Austria ist ein weiterer Garant für die österreichische Herkunft. Zudem werden die Produktionsrichtlinien durch die Bundeskellereiinspektion kontrolliert, und die Produkte einer sensorischen Prüfung durch eine Verkosterkommission unterzogen.

© ÖWM

 

Die "Sektpyramide"

 

Die drei Qualitätsstufen heimischen Sekts sind in der sogenannten "Sektpyramide" definiert: Sekt Austria, Sekt Austria Reserve und Sekt Austria Große Reserve. Mit dieser Spitzengruppe nimmt die "Sektpyramide" Maß an den höchsten Standards der führenden Schaumweine der Welt – z. B. Champagner, Franciacorta – und geht in manchen Punkten sogar darüber hinaus.

• Für die Schaumweine der 1. Stufe Sekt Austria gilt: österreichische Herkunft der Trauben und Grundweine aus einem geschützten Ursprungsgebiet, Mindestlagerzeit des Sekts auf der Hefe 9 Monate (bei Flaschengärung). In dieser Stufe ist neben der traditionellen Flaschengärung auch eine Tankgärung – Méthode Charmat – erlaubt. Hier beträgt die Mindestreifedauer 6 Monate.

• Ab der 2. Qualitätsstufe – Sekt Austria Reserve – sind ausschließlich Schaumweine zugelassen, die durch Flaschengärung produziert wurden. Alle Trauben und Grundweine müssen aus demselben Bundesland stammen. Außerdem ist eine Reifezeit auf der Hefe von mindestens 18 Monaten vorgeschrieben. Die Reserve-Sekte sind nach 24 Monaten für den Verkauf zugelassen.

• Für die 3. und höchste Stufe – Sekt Austria Große Reserve – müssen alle Trauben in derselben Weinbaugemeinde gelesen und nach dieser bezeichnet werden (z. B. Poysdorf, Langenlois, Gols, Gamlitz …). Verpflichtend sind die traditionelle Flaschengärung und eine Mindestreife von 36 Monaten auf der Hefe.

Wichtig: Die Trauben für Sekt Austria Reserve und Große Reserve müssen handgelesen sein, und der Restzuckergehalt dieser Sekte darf 12 g/l nicht überschreiten. Sie müssen also innerhalb der Kategorien "brut nature", "extra brut" oder "brut" liegen.

© ÖWM

Welche Rebsorten sind für österreichischen Schaumwein zulässig?

Grundsätzlich kommen für die Herstellung von Sekt alle 28 weißen und 14 roten in Österreich zugelassenen Qualitätsrebsorten in Frage. Je nach Verwendung der Sorten sind folgende, zusätzliche Sonderbezeichnungen möglich:

  • Rosé: Grundweine aus roten Rebsorten oder als Cuvée aus weißen und roten Rebsorten.
  • Blanc de Blancs: Grundweine ausschließlich aus weißen Rebsorten.
  • Blanc de Noirs: Grundweine ausschließlich aus roten Trauben, die schonend – "weiß" – gepresst werden, sodass keine Farbstoffe aus den Beerenhäuten extrahiert werden.

 

Brut nature oder halbtrocken?

Bevor die Sektflasche mit einem Naturkorken verschlossen wird, fügt man noch den Dosagelikör ("Liqueur d'Expédition") hinzu. Dieser bestimmt die Geschmacksrichtung und den Süßegrad des Sekts.

Kategorie Restzuckergehalt
brut nature/brut zero 0-3 g/l
extra brut/extra herb 0-6 g/l
brut/herb bis 12 g/l
extra trocken/très sec/extra dry 12-17 g/l
trocken/sec/dry/secco 17-32 g/l
halbtrocken/demi sec/medium dry 32-50 g/l
mild/dolce/doux/sweet mehr als 50 g/l

© ÖWM

 

 

Promotion für heimischen Sekt

Die ÖWM Österreich Wein Marketing GmbH und das Österreichische Sektkomitee bemühen sich um die Verbesserung von Wissen und Transparenz bei der Erzeugung und Vermarktung von heimischem Sekt. Ihr Ziel ist es, in Weinhandel und Gastronomie sowie bei den Konsumenten noch mehr Bewusstsein für österreichischen Sekt zu schaffen und diesen präsenter zu machen. Auch dessen Marktanteil soll gesteigert werden.

Zu den Promotionsmaßnahmen gehört auch der jährlich von der Branche veranstaltete "Tag des Sekt Austria" in der zweiten Oktoberhälfte, der den heimischen Sekt durch verschiedene Aktivitäten in den Mittelpunkt rückt. Bei zahlreichen Veranstaltungen können sich Sektliebhaber über die Produkte und Herstellungsmethoden informieren sowie die diversen Sorten und Qualitätsstufen verkosten.

Zudem gestalten in dieser Zeit viele heimische Sektproduzenten einen "Tag der offenen Kellertür": die perfekte Gelegenheit, um die verschiedenen Facetten des österreichischen Sekts direkt am Entstehungsort kennenzulernen.

© ÖWM

 

 

Pét Nat – fresh, funny, honest

Vor etwa zehn Jahren kam auch in Österreich eine neue, eigentlich aber uralte Art von Schaumwein wieder in Mode: Pét Nat entwickelte sich schnell zum Darling von Sommeliers, Bio-Winzern und Freunden alternativer, natürlich produzierter Schaumweine.

In der Food & Drink-Kolumne des Wall Street Journal hieß es dazu 2015: "Winemakers around the world, particularly those who identify themselves as natural, are being charmed by pét nat." Es fielen Begriffe wie fresh, funny, honest, delicious, vineyard crafted, cool stuff.

Das Kürzel Pét Nat steht für pétillant (= prickelnd) und naturel (= natürlich). Die Herstellung des naturbelassenen Schaumweines ist von der aus Frankreich stammenden, uralten „méthode ancestrale“ (wörtlich: ursprünglich, von den Vätern überliefert) inspiriert: Die Trauben werden meist mitsamt den Schalen angegoren – für reichlich Extrakt, Farbe, Aromen, Tannin und Komplexität. Den Restzucker enthaltenden, noch gärenden Most füllt man dann in Flaschen und verschließt diese mit Kronenkorken. In der Flasche geht die Gärung weiter, die natürliche Kohlensäure bindet sich im Wein. Am Schluss werden die auf den Kopf gestellten Flaschen degorgiert, die Hefe entfernt, die Fehlmenge aufgefüllt, die Flaschen erneut verschlossen, fertig!

Pét Nat wird mit Naturhefen spontanvergoren, in der Regel nicht geschwefelt, nicht gefiltert oder geschönt, bleibt ohne Dosage und ist daher trocken. Aufgrund dieser naturbelassenen Produktionsweise sind Jahrgangsunterschiede für diese Schaumweine durchaus typisch.

Im Vergleich zu Sekt, Champagner, Crémant oder Cava, die alle eine zweite Gärung durchlaufen und sehr lange auf der Hefe lagern, ist Pét Nats weniger hefe-, sondern eher fruchtbetont und schmeckt deutlich "weiniger". Auch die Rebsorten und die Herkunftsregion kommen gut zur Geltung.

 

Frizzante – die leichte Variante

Die einfachste Art österreichischen Schaumweines ist Frizzante, abgeleitet vom italienischen Vino frizzante (= spritziger Wein). Vom Preis her sehr attraktiv – schnelle, einfache Produktion, keine Lagerzeit, sektsteuerfrei – ist der auch als "Perlwein" bezeichnete Frizzante leicht, fruchtig, erfrischend. Er ist einfach zugänglich, unkompliziert zu trinken, relativ niedrig im Alkohol und weist höchstens 2,5 bar Druck in der Flasche auf, also weniger als Sekt. Entscheidend: Die enthaltene Kohlensäure wird meist durch verschiedene Verfahren von außen zugesetzt.