Das zu den besten Produzenten Italiens zählende Weingut Livio Felluga verbindet Tradition mit Moderne, Regionaltypisches mit Internationalität, klassischen Stil mit höchster Qualität.
Wagners Weingut des Monats im Oktober
Livio Felluga, Friaul, Italien
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Das Weingut Livio Felluga aus Cormons ist nicht EINE Institution in Sachen friulanischer Wein, sondern DIE Institution in Sachen friulanischer Wein. Längst ist der Name des Winzers zu einem Klassiker, einer internationalen Marke und Qualitätsgarantie geworden.
Das war nicht unbedingt von Anfang an absehbar. Denn der 2016 im biblischen Alter von 102 Jahren verstorbene Wein-Patriarch Livio Felluga hatte nach dem 2. Weltkrieg quasi bei Null begonnen. Aber während seiner jahrzehntelangen Pionierarbeit im Friaul definierte er die Qualität der italienischen Weißweine wie kaum ein anderer Winzer seines Landes und machte sie international bekannt. Es zählt unbestritten zu seinen Verdiensten, dass Friaul – gemeinsam mit Südtirol – heute das führende Weißweingebiet Italiens ist.
Seit dem Tod Livios wird die Familientradition von seinen Kindern Andrea, Maurizio, Elda und Filippo fortgeführt, die die operative Leitung des Betriebes schon viele Jahre zuvor übernommen hatten.
Potenzial erkannt
Als Livio in den 1950er-Jahren den ersten Weingarten bei Rosazzo erwarb, wurden viele Weinberge im Friaul wegen ihrer mühsam zu bewirtschaftenden Hanglage aufgegeben, weil die Weinbauern bequemere und besser bezahlte Arbeitsplätze in der wachsenden Industrie fanden.
Felluga erkannte das Potenzial dieser Hanglagen für hohe Qualität, nützte die Chance und kaufte so viele Weinberge wie möglich. Heute gehören rund 185 ha Rebfläche zum Weingut, aufgeteilt auf mehr als 300 Einzelparzellen, auf denen rund ein Dutzend verschiedene weiße und rote Rebsorten kultiviert werden.
Das Mikroklima der Region ist aufgrund des nur 25 km entfernten Meeres und der südlichen Ausrichtung sehr mild. Zudem schützen die nahen slowenischen Berge vor kalten Ostwinden.
Klassisches Etikett
Livio Felluga war immer zugleich bodenständig und weltgewandt, traditionsbewusst und innovativ. So etwa führte er das französische Konzept des Terroir-Weins im Friaul ein: Der Wein soll den Boden seines Herkunftsweingartens widerspiegeln – ein damals in Italien noch wenig populärer Gedanke. So verweist auch das mittlerweile klassische Flaschenetikett, von Felluga 1956 persönlich entworfen, auf historische Weinbergslagen rund um Cormons.
Elegante Weiße, fruchtige Rote
Mit rund 70 % liegt der Schwerpunkt des Weingutes klar auf Weißwein. Auf den Flysch-Böden – Mergel und Sandstein, durchmischt mit kalkreichen Fossilien – gedeihen viele regionaltypische weiße Sorten prächtig: Friulano (früher Tocai Friulano), Ribolla Gialla, Malvasia, Pinot Grigio, Pinot Bianco, Chardonnay und Sauvignon.
Als man in den 1970er-Jahren international langsam bemerkte, welche Qualität Weißweine im Friaul erreichen können, zählte Felluga bereits zu den Pionieren. Das Weingut zeigte mit dem 1981 erstmals produzierten, inzwischen zu einer Weißwein-Ikone Italiens gewordenen Terre Alte, dass die besten Weißen des Friaul viel mehr bieten als jugendlich frischen, leichten Genuss. Ähnlich die elegante, aromenreich, komplex, tiefgründige und langlebige
Weißwein-Cuvée Cuvée Illivio.
Aber nicht jeder Tag ist ein Tag für große, reife Weißweine. Für den täglichen Genuss bieten sich die „leichteren“ Felluga-Weine an, etwa der preiswerte Sharis aus Ribolla Gialla, Sauvignon und Chardonnay, oder die reinsortigen Friaul-Klassiker Pinot Grigio, Sauvignon und der autochthone Friulano.
Mit den ebenfalls zu Felluga-Klassikern gewordenen fruchtigen Cuvées Vertigo und Sossó zeigt das Weingut, dass es sich auch auf Rotweine hervorragend versteht. Und dass das Friaul auch ein sprichwörtlich guter Boden für rote Sorten ist.
Integrierte Produktion
Nachhaltigkeit sowie umwelt- und bodenschonende Bewirtschaftung der Weingärten spielen eine große Rolle auf dem Weingut. Felluga arbeitet nach den Regeln für integrierte Produktion und nimmt am Nachhaltigkeitsprogramm des italienischen Umweltministeriums teil. So etwa kommt ausschließlich organischer Dünger zum Einsatz, die Stromversorgung stammt aus erneuerbaren Quellen, der Einsatz von Kunststoff wird kontinuierlich reduziert. Das Weingut pflegt und erweitert seine Waldflächen und leistet damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels. Darüber hinaus wirken sich mehr als 500 Stunden Handarbeit pro ha und Jahr in den Weingärten nicht nur auf die Traubenqualität, sondern auch in ökologischer Hinsicht positiv aus.
Pinot Grigio Friuli Colli Orientali DOC 2025
Die weltweit bekannteste friulanische Rebsorte, ein Wein mit viel Finesse und Eleganz, vollmundig, gleichzeitig frisch, spritzig und mineralisch, Noten von weißem Pfirsich, Litschi, Apfel, Melone, fruchtiger, "salziger" Nachgeschmack.
Friulano Friuli Colli Orientali DOC 2025
Früher als Tocai Friulano bekannt, ist Friulano eine der traditionsreichsten Sorten im Friaul, mit viel Persönlichkeit und Typizität. Gut strukturiert, harmonische, fruchtige Komplexität, am Gaumen charakteristischer Nachgeschmack von Bittermandel.
Terre Alte Rosazzo DOCG 2023
Der 1981 lancierte Terre Alte gilt inzwischen als einer der renommiertesten Weißweine Italiens. Cuvée aus Friulano, Pinot Bianco und Sauvignon Blanc aus den historischen Terre Alte-Weinbergen bei Rosazzo. In Edelstahltanks vergoren und in Eichenfässern gereift, langes Hefelager, um den komplexen Geschmack, die cremige Textur und das Alterungspotenzial zu fördern. Elegant, komplex, intensive Frucht- und Blütenaromen, kräftige Struktur, vielschichtiges Bouquet aus tertiären Aromen.
Vertigo 2023
Die Cuvée aus Merlot, Refosco dal Peduncolo Rosso, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc zeigt die Vielfalt roter Rebsorten im Friaul. Subtile, komplexe Nase, Walderdbeeren, Heidelbeeren, Kakaopulver, süße Gewürze, Zimt. Seidige Tannine, Hauch von Zwetschken, stilvoller Abgang mit Gewürz- und Zitrusnoten.